Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 – im Zeichen von Mythen der Antike und Umweltschutz

Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 – im Zeichen von Mythen der Antike und Umweltschutz

Seit Samstagvormittag blickt die internationale Kunst- und Kulturszene wieder auf die schöne Mozartstadt Salzburg – die Festspiele 2019 sind eröffnet.

Bis 31. August werden heuer 199 Aufführungen in 43 Tagen an 16 Spielstätten geboten. Im Zentrum stehen die Mythen der Antike.

US-Starregisseur Peter Sellars macht heuer, sowohl in seiner Eröffnungsrede als auch in seiner Inszenierung von Mozarts Idomeneo, eine unserer größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zum Thema – den Klimawandel.

Ich durfte auch dieses Jahr wieder mit meinem Blog dabei sein und einen wundervollen Vormittag in der beeindruckenden Felsenreitschule verbringen. Für mich persönlich war es die bisher schönste Festspieleröffnung, die ich bis jetzt erleben durfte mit Themen, wie sie aktueller nicht sein könnten, großartigen, packenden Reden und vielen ganz persönlichen Überraschungen.

Was haben nun die Mythen der Antike mit unserem Hier und Jetzt zu tun?

Festspielpräsidentin Rabl-Stadler geht in Ihrer Eröffnungsrede genau auf diese Frage ein.

„Wir werden den Beweis erbringen, dass die Beschäftigung mit den Mythen kein Schwelgen in längst vergangenen Zeiten bedeutet, sondern Auseinandersetzung mit der Welt von heute“, sagte Präsidentin Rabl-Stadler im Hinblick auf den diesjährigen thematischen Schwerpunkt der Festspiele. Denn: Deren große Themen, Schicksal und Schuld, Sieg und Niederlage, Freundschaft und Hass, Liebe und Rache, würden über Jahrtausende hinweg auch den Nerv unserer Zeit treffen.

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Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeigt in seiner Rede die Grenzen im Leben und in der Kunst auf.

„Wir stecken in unseren Grenzen wie in unserer Haut, einem komplexen System, das im ständigen Austausch von innen und außen steht. Tastsinn, Luft, Licht, Wärme: Durchlässigkeit innerhalb einer zuträglichen Bandbreite ist Grundvoraussetzung für Leben. Für Haut und Grenzen gilt gleichermaßen: Der Verlust der Balance von Schutz und Austausch ist letal.“ Die Kunst sei die permanente Verhandlung von Grenzverschiebungen, sie relativiere Absolutes. Sie stelle die Frage nach moralischen und ethischen Grenzen und sei dabei in besonderer Weise dem Schicksalshaften verhaftet. Sie interpretiere ihre großen Werke immer wieder neu, aus anderen, heute wichtig erscheinenden Gesichtspunkten – als ein Spiegel, in dem wir uns selber entdecken können.

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Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein sieht die Salzburger Festspiele als Inspiration und Provokation.

„Die Mythen enthalten all das, was das Leben ausmacht: Den Logos und den Mythos, das Trennende und das Verbindende, das Alte und das Neue. Die Festspiele dienen dabei als immerwährende Inspiration und teils wohl auch als Provokation, geben Impuls zum Nachdenken und zum Schwelgen, stimulieren Geist und Sinne, reflektieren das Verhältnis zwischen Mensch und Natur immer wieder aufs Neue.“ Kunst und Kultur seien nicht nur hübsche Verzierung, sondern im Gegenteil unersetzlicher Teil des Menschseins. Neues, Ungewöhnliches, auch Gewagtes sei nötig, um die Weiterentwicklung einer mündigen Gesellschaft zu garantieren. „Die Kunst darf im Unterschied zur Politik auf den Kompromiss verzichten. Sie muss auch provozieren und verstören. Die Politik hingegen ist auf den Kompromiss angelegt und angewiesen”, so die Bundeskanzlerin.

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Peter Sellars sieht die Lösung des Problems „Klimawandel“ in der Schaffung einer neuen, ökologischen Zivilgesellschaft. „Wir müssen dringend die Strukturen des Kapitalismus und des internationalen Bankensystems hinterfragen und eine breit aufgestellte politische und soziale Gerechtigkeit schaffen.“  Notwendig sei es dabei, die Position der Frauen zu stärken sowie auf tradierte Erkenntnisse indigener Völker zurückzugreifen. „Die Wissenschaft gibt uns noch genau 15 Jahre, um eine neue, eine ökologische Zivilisation zu schaffen“, mahnt der Festredner. Und weiter: „Der Klimawandel verlangt nach Gleichberechtigung, nach Gemeinschaften, Netzwerken und Strukturen, die es uns ermöglichen, auf Augenhöhe zu handeln. Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen.“

„Musik und Oper sind Kunstformen, die auf Erfahrung beruhen. Hier finden wir Räume für neue Erkenntnisse und überraschende Einsichten.“ So beruhe die Entstehung von Mythen darauf, um zu verstehen, dass alles in der Welt miteinander verbunden ist und einen kausalen Zusammenhang, ja, ein Karma hat.

Der Mensch verbraucht heute das sechsfache an Ressourcen, was die Erde derzeit bereitstellen kann. Wir zerstören die Wälder, die Lunge unseres Planeten und die Meere, die rund 70% unserer Erdoberfläche ausmachen – das Lebenserhaltungssystem unseres Planeten. Aktuelle Schätzungen belegen, dass jeder von uns pro Woche die Menge an Plastik einer Kreditkarte zu sich nimmt – wir werden zu Plastikmenschen könnte man hier sagen.

„Das sind tatsächlich kulturelle Fragen, genau so wie wissenschaftliche und politische Themen, die durch die Kunst in Musik, Tanz, Malerei, Film und Dichtung Ausdruck finden müssen. Wir brauchen neue Stimmen, und es gibt viele neue Geschichten zu erzählen!“, so Peter Sellars.

Beendet hat er seine Rede mit einer wundervollen Verbindung zwischen Mozarts Idomeneo und unserer Gesellschaft im Umgang mit dem Klimawandel:

„Der 24-jährige Mozart beendet seine Oper mit einem erstaunlichen Kunstgriff, einer Botschaft aus der Zukunft und einem Akt der Heilung. Neptun erscheint und kündigt Idomeneo an, er könne aufgrund seiner gebrochenen Versprechen nicht länger König sein. Neptun bietet Idamante, dem rebellischen Sohn Idomeneos, und Ilia, dessen Flüchtlingsbraut — also der nachfolgenden Generation —, die Herrschaft an. Sie sind es, die sich mit Integrität, Unschuld und Liebe tatsächlich durchgesetzt haben. Ihre Hartnäckigkeit und ihre Vision qualifizieren sie für diese Führungsrolle.

Heute, in diesem aufwühlenden Augenblick der Menschheitsgeschichte, geht die junge Generation mit Entschlossenheit und Idealismus auf die Straße. Kinder sprechen eindringlich mit ihren Eltern. Sprecht weiter! Ihr habt den größten Einfluss auf eure Eltern! Und ihr Eltern, hört auf eure Kinder! Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen.“

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Für eine Überraschung sorgte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, so begeisterte er mit einer sehr persönlichen, emotionalen Rede.

„Wir müssen die sein, die mitarbeiten an der Lösung und die aktiv die Zukunft unserer Menschheit sichern. Wir alle können und müssen konkret mithelfen“, unterstrich auch Bundespräsident Van der Bellen und sprach dabei konkret auch die Banken, Energiewirtschaft, Technologie-Konzerne, Lebensmittelerzeuger, Konsumentinnen und Konsumenten und die Politik an. „Denn wenn wir weiterleben wollen, werden wir so nicht weitermachen können.“ Die Lösung liege in der Gemeinschaft. Klimaschutz, Digitalisierung, Migration seien allein nicht zu lösen. Van der Bellen weiter: „Wir müssen hier einen gemeinsamen europäischen Weg gehen. Wir müssen uns darum bemühen. Nur gemeinsam sind wir stark.“

Es war deutlich zu spüren, dass dieses Thema eine Herzensangelegenheit des Bundespräsidenten ist, dass in bereits in seinen früheren politischen Funktionen immer wieder begleitete. Mit eindringlichen Botschaften, persönlichem Charme und Humor wandte er sich direkt an die anwesenden Vertreter der Banken und Energiewirtschaft. Und wenn es ihm damit gelungen ist nur einige davon zu überzeugen umzudenken, so hat er mit dieser Eröffnungsrede bereits viel erreicht.

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Musikalisch umrahmt wurde das Programm vom Mozarteumorchester Salzburg unter der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov, der für mich ganz klar zu den großen Stars dieser Eröffnung gehörte. Mit Temperament, Leidenschaft und einer dennoch spürbaren Ruhe und Gleichmäßigkeit führte er das Orchester zu einer fantastischen musikalischen Höchstleistung.

Von der schwungvollen Ouvertüre aus der Opéra-bouffon Orphée aux enfers von Jacques Offenbach, über Tzigane – Rhapsodie de concert für Violine und Orchester von Maurice Ravel – bei dem die Violinen-Solokünstlerin Patricia Kopatchinskaja eine musikalische Bestleistung hinlegte, die vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert wurde – bis hin zu der Rumänischen Rhapsodie A-Dur op. 11/1 von George Enescu, es war ein musikalischer Hochgenuss vom Feinsten und eine Eindrucksvolle Darbietung dessen, was die Salzburger Festspiele sind – mit eines der schönsten und hochwertigsten kulturellen Festivals dieser Zeit.

Wenn man es irgendwie schafft an Karten zu kommen – und das gestaltet sich, wie ich jedes Jahr selbst erfahren muss, nicht immer als leicht – so zahlt sich ein Besuch der Salzburger Festspiele immer aus.

Die Kunst spiegelt das wider, was wir waren, was wir sind und was wir sein könnten. Für mich persönlich gehört es dazu, mich auch mit diesen Themen zu befassen und ich möchte diese meine Begeisterung, besonders im Hinblick auf die jüngeren Generationen, teilen.

Es zahlt sich aus in Karten zu investieren, denn bekommt man hier nicht nur einen musikalischen Genuss auf höchstem Niveau, sondern auch viele neue Erkenntnisse, die unsere Sichtweise auf verschiedenste alltägliche Themen, Sorgen und Probleme anregen, verändern oder beeinflussen.

In diesem Sinne wünsche ich sowohl all denen, die bereits Karten besitzen, als auch denjenigen, die noch darum kämpfen, eine wunderbare, schöne Festspielsaison 2019.

Thomas Pail

Die Salzburger Festspiele sind eröffnet – Kultur im Zeichen eines geeinten Europas

Die Salzburger Festspiele sind eröffnet – Kultur im Zeichen eines geeinten Europas

„Passion, Ekstase und Leidenschaft“ prägen die Salzburger Festspiele 2018.

Diese wurden vergangenen Freitag von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet, die Festrede hielt der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom.
Ein schonungsloser Analytiker Europas Geschichte, kritisch mit der gesellschaftlichen Gegenwart.
Passender hätte man den Festredner wohl kaum wählen können, so war diese Eröffnung vom Thema Europa geprägt.

Die Augen Europas schauen in diesem Jahr noch viel genauer auf Salzburg, so hat Österreich seit 1. Juli 2018 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Aus diesem Grund waren in diesem Jahr  zahlreiche Gäste der internationalen Politik mit anwesend. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie rund 60 Diplomaten wohnten der diesjährigen Festspieleröffnung bei.

Eine Ehrenformation des Bundesheeres begrüßte Bundespräsident Van der Bellen, der diese zusammen mit seinem Staatsgast, Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa, abschritt.

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Bundespräsident Alxander van der Bellen, Staatpräsident Portugal Marcelo Rebelo de Sousa,

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Bundespräsident Alxander van der Bellen, Staatpräsident Portugal Marcelo Rebelo de Sousa

Festakt, 2018, Salzburger Festspiele, © Manfred Siebinger

Festakt, 2018, Salzburger Festspiele, © Manfred Siebinger

 

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler wie bereits in Ihrer Eröffnungsrede darauf hin, dass die Salzburger Festspiele ursprünglich aus politischen Motiven gegründet wurden.
„Widersprechen wir jenen, die ihre Redegewalt für europäische Untergangsszenarien missbrauchen. Investieren wir unsere rhetorische Stärke, vor allem aber unsere Tatkraft, um die faszinierende Idee eines vereinten Europas wieder voranzutreiben. “Die Manifestation des Glaubens an Europa” und “Festspiele als europäisches Friedensprojekt” waren das Anliegen unserer Gründer Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal.“

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Präsidentin Helga Rabl-Stadler,

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Photo by www.neumayr.cc

 

Die Metamorphose hat längst begonnen – das war die zentrale Aussage in der Rede von Landeshauptmann Wilfried Haslauer.
Dieser widmete seine Rede dem Gedenkjahr.
„Diesmal gedenken wir 100 Jahre Ende des 1. Weltkrieges und Gründung der Republik Österreich, aber auch 80 Jahre Anschluss. Wir begehen solche Anlässe mit dem Glück der Spätgeborenen in routinierter Betroffenheitskultur, suchen Parallelen zu damals, warnen vor den Anfängen, schwören „Nie wieder!“, halten Wiederholung in Wahrheit aber für ausgeschlossen und gehen hernach zu einem leichten Mittagessen, da uns der zu hohe Cholesterinspiegel und die Kurzatmigkeit im Fitnessstudio mehr beschäftigen als die Katastrophen von damals.“
Ob diese Wiederholung wirklich ausgeschlossen ist, hängt wohl von uns selbst ab.
„Vielleicht steht unsere Metamorphose noch in einem Stadium der Verpupptheit, vielleicht warten wir bloß darauf, wie Schmetterlinge in freiem Flug eine Ahnung von Unendlichkeit zu bekommen.“

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Landeshauptmann Wilfried Haslauer

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Photo by www.neumayr.cc

 

Kulturminister Gernot Blümel führt in seiner Festspielrede aus, was die Festspielpräsidentin bereits begonnen hatte – die Verbindung zwischen Kultur und Politik.
„Zum ersten Mal stehen wir vor Herausforderungen, die wir so noch nie zu lösen hatten.“
Der Austritt von Großbritannien aus der EU, Migration, Budget und drohende Handelskriege – man könnte von einer „Krise Europas“ sprechen.
Europa ist divers, wir brauchen keine Gleichschaltung, führt er weiter aus. Wir hätten bereits alles, was wir brauchen, um unsere Herausforderung zu lösen.
Einzig und allein der emotionale Aspekt fehle uns noch dafür.
„Was ist das geeignete Medium dafür, aus faktischer Diversität emotionale Identität entstehen zu lassen?“
Die Antwort sieht Bundesminister Blümel in Kunst und Kultur. Sinn dahinter sei es, Emotionen zu wecken und damit eine gemeinsame Europäische Identität zu schaffen.
„Denn „niemand verliebt sich in einen Binnenmarkt“, hat ein großer Europäer einmal gesagt. So wichtig er auch sein mag.“, so der Minister.

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Bundesminister Gernot Blümel

Offizielle Festspieleröffnung in Salzburg Foto: Neumayr/Leo 27.07.2018 Bundesminister Gernot Blümel, Photo by www.neumayr.cc

 

Aufklärung war das Thema des diesjährigen Festspielredners Philipp Blom, als Kontrast zu dem heurigen Festspielmotto „Passion, Ekstase und Leidenschaft“.
Als Kind der Aufklärung sei er aufgewachsen, mit vielen Büchern. In der Hoffnung, es könne ihm das Leben erklären begann er Kants Kritik der reinen Vernunft zu lesen. Obwohl er das Buch enttäuscht zur Seite legte, verliebte er sich dennoch in eine Idee – das Finden des Pfades durch diese chaotische Welt rein durch die eigene Vernunft. „Philosophie ist riskantes Denken.“, erkannte schon die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch.
„Trotz dieser oft sehr realen Gefahren erwies sich das klare Denken als unwiderstehlich und hat dadurch unsere Gegenwart geprägt: Menschenrechte, liberté-egalité-fraternité, life-liberty-and-the-pursuit-of-happiness, Demokratie, Naturwissenschaft, die Befreiung der Sklaven, das Ende der Kirchenherrschaft und die Emanzipation der Frauen wären ohne sie buchstäblich undenkbar.“, führt er weiter aus.
„Wir sind alle Kinder der Aufklärung.“  Ein Satz, der laut Blom, mittlerweile zu einer Phrase verkommen ist, die Politiker, Journalisten und Historiker als selbstverständliche Tatsache ansehen. Die universellen Menschenrechte sieht er längst als rhetorische Beschwichtigung zusammengeschnurrt, abgelöst worden vom Rückzug auf das Eigene, auf die Nation, die Grenze – die Aufklärung als Kampfbegriff der Abgrenzung. Die Menschen haben Angst, die künstliche Idylle der Nachkriegszeit sei vorbei – man könne nicht noch reicher, privilegierter und sicherer werden. Blom meint dazu Die schönste Hoffnung unserer Gesellschaften ist es deswegen geworden, Zukunft überhaupt zu vermeiden und in einer nie endenden Gegenwart zu leben.“ Die Aufklärung als Waffe zum Erhalt des Status quo der Reichen und Mächtigen.
„Wir sind Nachkommen von Pionieren, die etwas riskiert haben um uns ein bequemes Leben mit verbrieften Rechten zu ermöglichen, eine Generation von Erben, die sich heimlich für moralisch überlegen halten, weil ihre Vorfahren einmal mutig waren.“
Was wäre, wenn eine neue, dringend gebrauchte Aufklärung mit einer Rehabilitierung der Leidenschaft beginnen würde?“
Aufklärerisch wäre es, das Verhalten durch Verständnis, Phantasie und Empathie zu ändern, um eine Zukunft möglich zu machen, in der die Ökonomie als Teil der Ökologie begriffen wird und Menschen als Primaten, die dazu neigen, sich selbst hoffnungslos zu überschätzen.
„Das wäre riskant für unser Selbstbild, unseren Wohlstand und den Status quo. Das wäre aufklärerisch.“

Salzburger Festspiele 2018 Eröffnungsfestakt in der Felsenreitschule Salzburg Foto: Franz Neumayr LMZ 27.7.2018 Im Bild Eröffnungsredner Philipp Blom

Salzburger Festspiele 2018
Eröffnungsfestakt in der Felsenreitschule Salzburg
Foto: Franz Neumayr LMZ 27.7.2018
Im Bild Eröffnungsredner Philipp Blom

 

„In der Literatur lechzen wir nach dem Blitz, der uns mit seiner Zunge lecke.“, so der Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Eröffnungsrede. Doch könne er in der Politik auf diesen Blitz und Wahnsinn verzichten. „Ja, die Leidenschaft. Nirgendwo kommt sie in so ergreifender, packender, vollendeter Form zum Ausdruck wie in der Kunst, wie auf dem Theater, in der Oper, in der Literatur.“
Die Gründerväter zeigten Leidenschaft Verantwortung und Augenmaß, als sie die Idee eines gemeinsamen, vereinten Europas praktisch umzusetzen begannen. In seiner Rede unterstreicht er wieder, dass er ein geeintes Europa für essentiell hält, ja er brenne für dieses Europa. In diesem Zusammenhang übte er auch wieder Kritik am Rechtsruck und der nationalen Bewegung.
Er sei Realist.
„Es ist also möglich, dass wir eines Tages aufwachen und uns sagen müssen: Wir hatten ein Vereintes Europa, aber leider nicht genügend Europäerinnen und Europäer.  Ja, Scheitern ist möglich. Umso mehr Energie müssen wir mobilisieren.“

Salzburger Festspiele 2018 Eröffnungsfestakt in der Felsenreitschule Salzburg Foto: Franz Neumayr LMZ 27.7.2018 Im Bild Bundespräsident Alexander van der Bellen bei seiner Eröffnungsrede

Salzburger Festspiele 2018
Eröffnungsfestakt in der Felsenreitschule Salzburg
Foto: Franz Neumayr LMZ 27.7.2018
Im Bild Bundespräsident Alexander van der Bellen bei seiner Eröffnungsrede

 

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Mozarteumorchester Salzburg unter der musikalischen Leitung von Stardirigent Kent Nagano.
Die Ouvertüre zu Candide von Leonard Bernstein, die Ballade für Orchester op. 23 von Gottfried von Einem sowie der Tanz der sieben Schleier aus Salome op. 54 von Richard Strauss begeisterten die etwa 1.500 geladenen Gäste in der beeindruckend blau beleuchteten Felsenreitschule.
Neben der Bundes- und Landeshymne, kam bei dieser Eröffnung wohl der Europahymne eine ganz besondere Bedeutung zu.

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Die Salzburger Festspiele haben für mich persönlich einen ganz besonderen Stellenwert, so besuche ich diese seit dem Jahr 2000 jedes Jahr – im Alter von 14 Jahren habe ich mich mit, zu genau so einer Festspieleröffnung, hineingeschmuggelt – zugegeben, mit Hilfe der Festspielpräsidentin.
Kunst und Kultur haben auch für mich seit meiner Kindheit an eine ganz besondere Rolle gespielt und so möchte ich dies auch auf meinem Blog dementsprechend kommunizieren.

Kunst kann vieles – Kunst bildet, Kunst unterhält, Kunst prägt uns und unsere Gesellschaft und – Kunst macht Spaß.
Ja, wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, wir wiegen uns in Sicherheit und schätzen das alles was wir haben meist viel zu wenig.
Die Gesellschaft verändert sich und das ist uns allen bewusst. Wir leben in Zeiten der Globalisierung, die ganze Welt ist vernetzt. Umweltkatastrophen, Kriege und Hungersnöte vor den Toren Europas, der Terror bereits in unseren Gebieten gegenwärtig.
Bundesminister Blümel spricht mir aus der Seele, wenn er sagt, dass Kunst und Kultur in engem Zusammenhang mit Politik stehen und ja – man kann etwas bewegen.
Wenn wir uns mit Kunst und Kultur auseinandersetzen, so setzen wir uns mit uns selbst und unserer Geschichte auseinander.

Mein ganz persönliches Anliegen ist, gerade junge Menschen wieder genau für diese Themen zu begeistern – ein Kontrast zu dem schönen, „perfekten“ Lifestyleleben, das ich meist präsentiere hier auf meinem Blog.
Die Salzburger Festspiele bieten Jahr für Jahr ein Programm auf einem internationalen Top Niveau und jeder, der eine Karte ergattern kann, sollte sich die ein oder andere Aufführung anschauen – es lohnt sich mit Sicherheit.

Es ist immer etwas besonderes – von der Vorbereitung auf ein Stück, wo ich mich mit dem Thema des Stückes auseinandersetze, über die Aufführung selbst – wenn man eintaucht in diese ganz besondere Welt – bis hin zu einem Glas Wein danach, wo man all das erlebte nochmals Revue passieren lässt.

Nach dieser fulminanten Eröffnung freue ich mich nun auf die Salzburger Sommerfestspiele 2018.

Was nun bleibt sind 206 Aufführungen in 42 Tagen in 18 Spielstätten.

Wer nun neugierig geworden ist und eines der Resttickets ergattern möchte, der findet unter folgendem Link immer das aktuelle Kartenangebot:
https://www.salzburgerfestspiele.at/ – Aktuelles Kartenangebot.

In diesem Sinne, fröhliche Spiele

Thomas Pail

In Salzburg wird gewebert – 3. Weber Original Store mit Grill Academy eröffnet in Salzburg/Hallwang

In Salzburg wird gewebert – 3. Weber Original Store mit Grill Academy eröffnet in Salzburg/Hallwang

Bei Weber sagt man nicht „grillen“, sondern „webern“. Webern ist Lifestyle.

Grillfreunde aus nah und fern pilgerten daher dieses Wochenende alle nach Hallwang bei Salzburg, denn genau hier eröffnete der dritte Weber Original Store mit Weber Grill Academy.

„Wir haben ein Stück Amerika nach Salzburg gebracht.“, so die beiden Store-Eigentümer Andrea und Patrick Zwolle.

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Rund eine halbe Million Euro haben sie in den Ausbau des Geschäftes mit der dazugehörigen Grill Academy gesteckt.

Grillfans werden diesen Store lieben, denn wenn man so durch das 600 Quadratmeter große Geschäft schlendert, wird einem sehr schnell bewusst, dass es hier alles gibt, was das wahre Grillerherz höher schlagen lässt.

Von klassischen Holzkohlegrills in diversen Ausführungen, über Gasgrills bis hin zu Elektrogrills – hier findet jeder das Passende.

Speziell für den urbanen Bereich wurde im Zuge der Neueröffnung die neue Grillinnovation von Weber vorgestellt – der PULSE Elektrogrill.

„Die Erfahrungswerte der letzten Jahre zeigen uns einfach, dass vor allem Menschen in Städten nach kompakten, unkomplizierten Grills mit hochtechnischer Ausstattung suchen.“ so Christian Hubinger, Geschäftsführer von Weber-Stephen Österreich.

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Zum Einen hat man mit diesem Grill immer die perfekte Temperaturkontrolle, es kommt zu keinen Temperaturschwankungen, wie bei bisherigen Elektrogrills, zum Anderen besitzt das größere der beiden angebotenen Modelle ein Zwei-Zonen-Grillsystem. Dies ermöglicht indirektes und direktes Grillen zur gleichen Zeit – und das auf einem Rost. Der iGrill-Digitalthermometer überträgt die Temperatur direkt auf das Smartphone. Auch die Reinigung – davon habe ich mich selbst überzeugt – funktioniert kinderleicht. Die extra Auffangschale ist sogar spülmaschinenfest. Einfacher geht nicht.

„Die Leute lassen sich das Grillen immer mehr kosten“, so Grillmeister Helmut Karl.

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Qualität setzt sich wieder durch. Man greift zu hochwertigen Produkten, sei es bei den Grillgeräten selbst oder auch dem Fleisch.

Grillen ist auch längst keine reine Männersache mehr, so verwundert es nicht, dass bereits knapp 20% der Grillkursbesucher von Helmut Karl Frauen sind.

Wer nun, pünktlich zum Start der Grillsaison, sein Grillwissen noch etwas aufbessern möchte, sollte unbedingt einen der vierstündigen Grillkurse der Weber Grill Academy buchen. Hier erlernt ihr alle Basics, die ihr zum Grillen benötigt, nehmt tolle Rezeptideen mit nach Hause und punktet so bei den Gästen eurer nächsten Grillparty.

Salzburg hat endlich einen richtigen Weber Store und das ist gut so. Die neuesten Modelle, sämtliches Zubehör sowie allerlei Merchandise – vorbeischauen lohnt sich. Für alle, die sich näher über die unterschiedlichen Grillgeräte informieren möchten, bietet die stylische Lounge den dafür passenden Rahmen.

Wir sehen uns im neuen Weber Original Store mit Weber Grill Academy in Salzburg/Hallwang.

Thomas Pail

“Body Codes” – die bunte Pop-Up Store Eröffnung der internationalen Designerin Susanne Wiebe

“Body Codes” – die bunte Pop-Up Store Eröffnung der internationalen Designerin Susanne Wiebe

Das wohl bunteste Pop-Up Store Opening fand Freitagabend am Makartplatz 3 in Salzburg statt.

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Wer hier eine klassische Modenschau erwartete, wurde schnell eines Besseren belehrt – und mal ganz im Ernst, wer mit dieser Erwartung gekommen ist, kennt wohl Susanne Wiebe schlecht.

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Fashion Meets Art. So wird anlässlich der Eröffnung auch die Ausstellung „Bodycodes“ des Künstlers und Philosophen Hans M. Bachmayer präsentiert.

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Eine gelungene Zusammenarbeit, eine perfekte Symbiose. Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn wird es bunt.

Ein wunderbarer Abend, eine Reise in eine ganz besondere Welt – eine bunte Welt – untermalt durch eine ausdrucksstarke Tanzperformance.

Modisch gab es, wie gewohnt und von Salzburgs Festspiel-Society hoch geschätzt, Highlights der aktuellen Kollektion aus Plisseeteilen, eleganter Cocktail- und Abendmode sowie trendigen Chiffon-Tageskleidern – perfekt für den Frühling.

Gekonnt inszenierte Farbkombinationen von Rot, Pink, Violett, Grün- und Blautönen lassen den grauen Alltag erstrahlen.

Dazu gab es, ebenso perfekt in Szene gesetzt, Schmuck von Dr. Marie-Christine und Leonie von Ungern-Sternberg.

Hier ein paar Highlights des Abends:

Mein Fazit:

Pünktlich zu den Osterfestspielen erwacht Salzburg aus seinem Winterschlaf.

Susanne Wiebe, international bekannt und hoch geschätzt, bringt mit ihrer bunten Kollektion wieder frischen Wind in das modisch ergraute Salzburg.

So bunt wie die Mode und die Kunst in diesem Pop-Up Store, waren auch die Gäste. Eine großartige Mischung aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kunst, Kultur und modeaffinen internationalen Gästen aus Deutschland, Italien und Las Vegas.

Genau diese Art von Publikum sorgt für ein modisches Frühlingserwachen. Mut zur Mode, Mut, seinen eigenen Stil zu leben, Mut, modisch das zu verkörpern, wer man ist und vor allem Mut zur Farbe.

Ich kann jedem nur empfehlen die Chance zu nützen, diesen Pop-Up Store zu besuchen, sich diese sehr gelungene Kollektion anzuschauen und sich, von den ausgestellten Bildern inspirieren zu lassen. Wer noch die passende Robe für den großen Festspielauftritt, ein leichtes Sommerkleid oder einfach ein schönes Outfit zum Ausgehen sucht, wird hier sicherlich fündig.

Jeder von uns kennt den Spruch „Du bist, was du isst.“. Für mich kann man das nicht nur auf das Essen beziehen, sondern vielmehr auch auf die Mode. „DU BIST, WAS DU TRÄGST.“.

Wenn ich so in der Früh, gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, mit dem Bus in die Arbeit fahre, beobachte ich immer die Menschen um mich herum. Schlicht, dunkel, klassisch – nach dem Motto „bloß nicht auffallen“ – so könnte man deren Modestil beschreiben. So grau wie ihr Modebewusstsein, ist auch ihre Stimmung.

In diesen Momenten bin ich froh, dass es genau solche Abende gibt, dass es mutige Modedesignerinnen wie Susanne Wiebe gibt, die Mode leben und mit frischem Wind Farbe in unseren grauen Alltag bringen.

Von 24.3. bis 02.04.2018 habt ihr die Möglichkeit, den Pop-Up Store zu besuchen, euch durch die neue Kollektion zu wühlen und, währenddessen, die großartigen Bilder zu bestaunen. Es zahlt sich aus.

In diesem Sinne – auf ein modisches Frühlingserwachen und eine schöne Festspielzeit!

Thomas Pail