Ristorante "I Figli Delle Stelle"

 

 

 

 

Kontakt:

http://www.ifiglidellestelle.it/

Adresse: Giudecca, 70/71 – 30133, Zitelle – Venezia (Italy)

Reservierungen unter: +39 41 5230004 / benvenuto@ifiglidellestelle.it

Ich habe im Zuge meiner Venedig-Touren ein ganz besonderes Restaurant entdeckt, im Zentrum der Stadt und doch fern von Touristenströmen. Ein magischer Punkt umschlossen von Wasser und fünf Kirchen auf der schönen Insel Giudecca. Der Blick direkt zum Dogenpalast, Markuskirche und Markusplatz – einfach atemberaubend.

Unter dem schönen Namen „I Figli Delle Stelle“ zaubern Restaurantchef Simone Biasiutti und Küchenchef Marco Bravetti Gerichte und Menüs, die man so noch nicht gesehen hat. Sie bezeichnen sich selbst als Revoluzionäre in der Küche, die auf Basis von solider qualitativ hochwertiger venezianischer Küche ganz besondere Kreationen schaffen, gekonnt verfeinern, veredeln und unterschiedlichste kulturelle Einflüsse, wie es sie auch in der venezianischen Geschichte gibt, mit einbauen. Hochwertige regionale Produkte, beste Qualität, außergewöhnliche Kräuter und Blumen unweit vom Restaurant. In diesem Restaurant wird noch alles per Hand gemacht, Fertigprudukte findet man nirgendwo. Brot, Nudeln, selbst die Grissini werden alle von Hand gemacht und das schmeckt man. „Es sollte nicht einfach ein Restaurant zum Essen werden.“, so Restaurantchef Simone Biasiutti. „Vielmehr ein Erlebnis für alle Sinne – Sehen, Fühlen, Schmecken, Riechen und Hören. Neu ist auch, dass jedes Wochenende Live Musik im Restaurant gespielt wird, keine 0815-Touristenband, auch hier setzt man auf Qualität.

Auch die Speisekarte wirkt revolutionär. Hier findet man keine klassische Menüanordnung (Antipasti, Primi Piatti, Secondi Piatti, Dessert), vielmehr eine Auswahl an Speisen, die sich geschmacklich ergänzen und für ein Erlebnis sorgen. Man findet Klassiker wie das venezianische Nationalgericht „sarde in saor“ (marinierte Sardinen mit Rosinen und Pinienkernen) genauso, wie für Italien außergewöhnliche Speisen wie Burger oder Fish & Chips auf der Karte. Wer jetzt glaubt, wer Fish & Chips bestellt, bekommt ein fettiges etwas wie in England hat weit gefehlt. Hier wird bester venezianischer Fisch verwendet, paniert in Cornflakes, die Kartoffel in drei Schritten zubereitet (zuerst 60% gekocht, 20% frittiert und die restlichen 20% erst direkt bei Bestellung frittiert – so werden sie perfekt in ihrer Konsistenz, außen Knusprig, innen weich.). Es wird auch Spaghetti mit Ketchup geben – was man hierbei jedoch wissen sollte, das „Ketchup“ ist selbstgemacht und geschmacklich wohl nicht zu überbieten. Die Gerichte wie Burger, Fish & Chips oder Spaghetti mit Ketchup sind eine Art Provokation. Kein Italiener würde Spaghetti mit Ketchup essen.

Für mich stand ein Highlight nach dem andern am Programm. Carpaccio vom Oktopuss und vom geräucherten Schwertfisch, gefolgt von haus- und handgemachten Nudeln mit eigens gezüchteten Muscheln, dann durfte ich die Fish & Chips probieren, zuletzt eine Art Creme Brulee mit Feigenmarmelade und frittierten Gewürzen und Kräutern. Dazu gab es exzellenten Wein.

Ein Erlebnis für alle Sinne, das kann ich voll und ganz bestätigen. Zu sehen gab es viel – der Ausblick, die frisch zubereiteten Speisen, die idyllischen Häuser entlang des Ufers. Geschmacklich ein Konzert an unterschiedlichsten Geschmacksnoten und Aromen, die sich zu einem harmonischen Gesamten zusammenfügen, ein intensiver und doch nicht aufdringlicher Nachgeschmack. Die einzelnen Geschmacksnoten der Zutaten entwickeln sich Schritt für Schritt am Gaumen. Ebenso der Geruch – langsam entwickeln sich die Aromen in der Nase, dazu der frische Duft des Meeres. Klar zu fühlen war die leichte Meeresbriese, die hochwertigen Materialien bei Tisch, das frische selbst gemachte Brot. Im Hintergrund war leise Musik zu hören, ebenso die Geräusche des Meeres – Möwen und Boote. Das alles zusammen war für mich ein unvergessliches Erlebnis, was ich nur jedem weiterempfehlen würde.

Für alle, die noch ein ganz besonderes Highlight für einen romantischen Abend, ein Jubiläum, den Hochzeitstag oder vielleicht einen Heiratsantrag suchen – Es gibt ein hauseigenes sieben Meter langes, liebevoll gestaltetes Boot, das euch zuvor ein bis zwei Stunden durch Venedig bringt, ihr an Bord den Aperitif einnehmt, dann direkt beim Restaurant anlegt und ein ganz besonderes Dinner auf einem eigens individuell gedeckten Tisch wartet.

Wer jetzt neugierig geworden ist und sich bei dem nächsten Venedigbesuch dieses kulinarische Highlight nicht entgehen lassen möchte – das „I Figli Delle Stelle“ ist von März bis Dezember geöffnet, im November und Dezember jedoch nur an den Wochenenden.

Eines habe ich noch gelernt hier in diesem Restaurant, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Jeder kennt Carpaccio. Die hauchdünn geschnittenen rohen Rindfleischscheiben in verschiedensten Variationen begeistern auch hierzulande alle Feinschmecker unter uns. Doch woher kommt eigentlich der Name Carpaccio?
Vittore Carpaccio (1465 – 1525/26) war ein venezianischer Künstler, der ganz besonders für seine leuchtenden Rottöne bekannt war. Entwickelt hat das Carpaccio Giuseppe Cipriani, der Inhaber der berühmten Harry’s Bar um 1950 im Zuge einer großen Ausstellung des Malers Vittore Carpaccio. Im Rot des rohen Rindfleisches spiegelt sich das Rot des Künstlers wieder.

In diesem Sinne – guten Appetit und bis bald in Venedig!