750 Aussteller in 5 Tagen – das erwartete die Besucher zur 50. Alles für den GAST Messe 2019. Ein Jubiläum mit vielen Neuerungen.

So vielfältig wie die Welt der Gastronomie und Hotellerie ist auch die Messe „Alles für den GAST“. Die bereits 50. Auflage dieser Messe bot wieder allerlei Innovationen rund um die neuesten Food-Trends, Hotelausstattungen, Geräteneuheiten und Design-Highlights.

Innovationen waren gerade in diesem Jahr ein ganz besonderes Thema, so wurde heuer ein ganz eigener Bereich jungen Startup-Unternehmen gewidmet, die kreative Lösungen für den gastronomischen Alltag präsentierten. Von intelligenten Systemen für WC-Anlagen, die melden, wann Seife und Papier ausgehen, über elektronisch gesteuerte Warenlager, die anzeigen, wann welches Produkt nachzubestellen ist oder dies sogar automatisch machen bis hin zu den neuesten Bestell- und Abrechnungssystemen für einen perfekt organisierten Restaurantbetrieb.

In diesem Zusammenhang fand auch im Rahmen dieser Messe der erste GastroHackaton statt. Im intensiven Austausch zwischen Teilnehmern, Sponsoren und Fachbesuchern wurden beim 1. Österreichischen GastroHackathon in kürzester Zeit von Teams aus Designern und Programmierern diverse Konzepte, Apps und Gesamtlösungen erstellt. Diese gemeinsame Entwicklung führt neben dem Networking zu neuen Innovationen und zum Hauptpreis des ersten österreichischen GastroHackathon. Dieser startete am Samstag, 9. November. Nach der Präsentation der Ergebnisse am Sonntag trat die aus Vertretern der Sponsoren gebildete Jury zusammen, um fünf Finalisten zu küren. Bewertet wurden Präsentation, Umsetzbarkeit, finanzieller Nutzen und Kreativität. Alle Details dazu gibt es unter www.gastrohackathon.com.

Ebenso einen eignen Bereich gab es für ein Gastronomiethema, das derzeit wohl ganz besonders im Trend liegt – veganer Produkte.

Vegane Burger, vegane Wurst- und Fleischprodukte, vegane Schokolade, vegane Kleidung und vieles mehr. Sinnvoll oder doch nur eine Modeerscheinung mit Ablaufdatum? Auch ich hatte schon das große Vergnügen von selbsternannten Lifestylepredigern – man kann sie auch als Influencer bezeichnen – zu dieser Art Food-Lifestyle überredet zu werden. Ohne Erfolg. Schlussendlich sollte jeder selbst wissen, was, wie und in welchen Mengen er oder sie etwas isst. Sollte jemand aus umweltschonenden, ideellen oder einfach rein geschmacklichen Gründen vegane Ernährung bevorzugen, so ist das völlig legitim. Ich selbst bevorzuge eine gewisse Ausgewogenheit – „Iss von jedem ein wenig“, ist hier meine Art Zugang zum Thema Ernährung. Ohne Fleisch geht es bei mir auf jeden Fall nicht. Hier hilft es auch nicht, wenn man den veganen Produkten Fleischnamen gibt oder diesen Geschmack zu imitieren versucht. Und sorry liebe Vegetarier – das Argument, dass Fleischesser mit Schuld an der Klimakrise sind, lasse ich so auch nicht gelten. Menschen haben schon immer Fleisch gegessen und siehe da – die Welt steht tatsächlich dennoch noch. Diesbezüglich gäbe es wohl eine Vielzahl anderer Ansatzpunkte für ein Umdenken. Dies ist jedoch ein anderes Thema.

Zurück in die gastronomische Welt.

Auch bei den Ausstellern selbst hat sich so einiges verändert – so manch langjähriger Aussteller hat sich verabschiedet, neue sind nachgekommen.

Den wohl bekanntesten und mit einen der beliebtesten Stände gibt es nun nicht mehr – den der Trumer Privatbrauerei. Diese haben sich auf ein ganz neues Konzept konzentriert – eine quasi Ergänzung zur Messe – das „Einfach Leben“ Forum. Ein gastrophilosophisches Forum, das neue, interdisziplinäre Veranstaltungsformat der Trumer Privatbrauerei, der Agentur friendship.is und Reed Exhibitions. Das Forum war mit Diskussionsrunden, Keynotes, kulinarischen, musikalischen und künstlerischen Interventionen Teil der 50. Alles für den GAST Herbst.

Im ersten Jahr widmete sich das gastrophilosophische Forum Einfach Leben dem Schwerpunkt „Mut“. Neben einem Eröffnungs-Talk und einer Keynote-Speech am Beginn des Forums, fanden insgesamt acht verschiedene Sessions zu unterschiedlichen Themen statt. Zu den Akteuren des Forums zählten u.a. Zukunftsforscher, Philosophen, Spitzenköche, Gastronomen, Winzer, Hoteliers, Barista, Künstler, Autoren und Unternehmer.

Die Vorträge, Diskussionsrunden, Workshops und Konzerte fanden an unterschiedlichen Orten in der Salzburger Altstadt statt. Homebase des Forums bildete die ARGEkultur. Details dazu gibt es unter www.einfachlebenforum.com.

Ich empfinde das als sehr mutigen Schritt, bin jedoch unsicher, ob sich diese Art Veranstaltung durchsetzen wird. Wer hier in Salzburg die Gast-Messe kennt, weiß, dass es schwer, man könnte auch sagen schier unmöglich ist, einen Parkplatz zu finden. Hat man dennoch einen gefunden, wird man kaum, für eine Podiumsdiskussion, wo man erneut zur Kasse gebeten wird, in die Stadt fahren, wo man auch gleich wieder keine Parkmöglichkeit findet. Es mag die Grundidee durchaus eine sehr gute sein, es mögen die Diskussionen, Vorträge und sonstigen Veranstaltungen interessant und hilfreich sein – dennoch sehe ich Parallelveranstaltungen zur Messe an anderen Orten ein wenig problematisch. Vielleicht hätte man auch eine Möglichkeit finden können, diese Veranstaltungen in die Messe direkt zu integrieren, da, wie bereits erwähnt, die Idee dahinter durchaus eine sehr durchdachte ist, die ganz speziell Einsteigern in dieser Branche sehr hilfreich sein könnte. Und dennoch – wir vermissen unseren guten alten Trumer-Stand, an dem anregende Gespräche geführt, Geschäfte abgeschlossen und Kontakte geknüpft wurden. Der Stand, an dem die Stimmung noch immer am Höhepunkt war als alles rundherum bereits verlassen war.

Für mich wird diese Messe, ganz egal in welche Richtung sie sich auch immer entwickeln wird, eines bleiben – ein kulinarisches Highlight.

Genau diese meine Highlights von der Messe möchte ich euch nun präsentieren.

Ich würde mich selbst als Genussmenschen bezeichnen, der auf hochwertige Produkte, ausgefallene Kreationen und hohe Qualität Wert legt. So erstaunt es wohl kaum, dass einer meiner absoluten Lieblingsstände dieser Messe der von RUNGIS Express ist.

Hier wird der beste Champagner zu frischen Austern, Wagyu-Beef, und Fischgerichten getrunken. Zur Nachspeise dürfen es auch köstliche Powidltascherl sein. RUNGIS express liefert ausgesuchte, frische Spitzenprodukte für die anspruchsvolle Gastronomie: Fleisch und Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, handgemachte frische Pasta und erlesene Gewürze ebenso wie besondere Molkerei- und Brotspezialitäten. Unser Basissortiment umfasst mehr als 3.000 Produkte aus über 60 Ländern der Erde.

Natürlich darf auf dieser Messe ein österreichisches Traditionsunternehmen, das weltweite Bekanntheit erlangt hat, nicht fehlen – Gmundner Keramik.

Seit 1492 werden die Keramikprodukte schon handgefertigt, mit diesem ganz besonderen Design, das ich euch wohl kaum noch näher bringen muss. Dieses Jahr wurde die Messe auch gleich genützt, um  die neue Markenbotschafterin, TV- und Eventmoderatorin Kathi Wörndl, zu präsentieren. „Ich finde es großartig, mit wie viel Liebe, Leidenschaft und Handwerkskunst jedes einzelne Stück dort hergestellt wird.“, so Kathi Wörndl. Seit 1492 werden mitten im Salzkammergut die Handgriffe und Pinselstriche gesetzt, die Gmundner Keramik so einzigartig und bekannt machen. Gmundner Keramik wird zu 100% in Österreich gefertigt und von Hand bemalt. Mit ca. 130 Beschäftigten, davon 40 Malerinnen und ein Maler, ist Gmundner Keramik die größte Keramikmanufaktur in Mitteleuropa. Die Produktionskapazität liegt bei ca. 5.000 Stück pro Tag. In Österreich besitzt jeder zweite Haushalt Gmundner Keramik. Der Bekanntheitsgrad

liegt bei 87 %. Gmundner Keramik ist im Bereich der Tischkultur Marktführer am Heimmarkt. Wichtigster Exportmarkt ist Deutschland. Weitere Export-Destinationen sind Japan, USA, Slowenien, Italien, Frankreich, England, Schweiz. Der Exportanteil liegt bei 30%.

Ein geschmackliches Highlight waren für mich auch dieses Jahr wieder die Kreationen von Wiberg, die hier ihre ganz neuen Produkthighlights, Mandel-Öl Plus Orange sowie AcetoPlus Himbeere, präsentierten. Mandel-Öl Plus Orange bietet einen dezent nussigen Geschmack, der sich in der Entfaltung des Bouquets um fruchtig-süße Orangenaromen erweitert. Mandeln und Orangen harmonieren perfekt miteinander und werden in Kombination seit Jahrzehnten in der Patisserie verwendet. Die Orange in Verbindung mit der Mandel erlaubt besonders spannende Kreationen mit Wildgerichten, Geflügel, Kalbfleisch, Salaten und der süßen Küche. Das zweite neue Produkt im Sortiment ist AcetoPlus Himbeere, eine Essig-Fruchtzubereitung. Die balsamische Weißwein-Essignote mit der fruchtigen Säure der Himbeere sind wahrlich ein kulinarisches Traumpaar wenn es um ausgewogenen Geschmack und Anwendungsmöglichkeiten geht. Die feine Säure in Verbindung mit der fruchtigen Himbeere ist ein wahrer Tausendsassa in der kreativen Küche. Der Newcomer im Flüssigsortiment passt hervorragend in moderne Salatkompositionen sowie in die süße Küche.

Was man mit gezieltem Einsatz ausgewählter Gewürze alles erreichen kann und wie kreativ man sich dabei betätigen kann, beweist Wiberg nun seit 1947 mit großem Erfolg.

Eine ganz besondere Produktneuheit im Bereich Küchenausstattung, wurde mir beim Stand von Bohner präsentiert. Wer mich kennt weiß, dass ich ein absoluter Fan von Wienerschnitzel bin und hierbei sehr kritisch, was deren Zubereitung und Eigenschaften betrifft. Jetzt gibt es nun eine Küchenmaschine, die das Schnitzel ganz von alleine zubereitet, das Küchenpersonal hat diese nur mehr vorzubereiten und das Gerät einzustellen. Das Ergebnis sollte ein perfektes Schnitzel sein, genau wie frisch aus der Pfanne. Zugegeben, ein wenig Skepsis hat sich in diesem Moment schon breit gemacht, so kennt doch jeder die klassischen Fritteusenschnitzel, die für mich persönlich ein kulinarisches No-go sind. In diesem Fall wurde ich jedoch schnell eines besseren belehrt. Das vorbereitete Schnitzel kommt in eine Art Korb, darunter frisches Fett. Der Korb befördert das Schnitzel automatisch in das heiße Fett, wo es sogleich quasi an der Oberfläche Schwimmt, ähnlich, als wenn es in der Pfanne gemacht wird. Nach gut drei Minuten fährt die Maschine den Korb wieder automatisch hoch und das Ergebnis ist – ein perfektes Schnitzel mit knuspriger Panier, die – so, wie es sich gehört – schöne Blasen gebildet hat. Der Geschmack überzeugt. Ein Ergebnis, wie frisch aus der Pfanne.

Wer meinen Blog und den dazugehörigen Instagram Account ein wenig verfolgt weiß, dass meine zweite Heimat in der schönen Steiermark liegt – Mitteregg im Bezirk Leibnitz. Hier ums Eck findet man auch mit einen der größten Weinhändler und Betreiber eines Buschenschankes in dieser Region – das Weingut Schneeberger. Da hat es mich natürlich ganz besonders gefreut, dass ich es nach Jahren auf dieser Messe mal endlich geschafft habe, deren Stand ausfindig zu machen. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, so hatte ich auch gleich die Gelegenheit genützt den neuen Junker zu verkosten. Ein Cuveé aus Müller Thurgau, Sauvignon blanc und Weißburgunder.

Der weiße Junker besticht durch seine sehr fruchtige Art. In der Nase sehr duftig, saftiger grüner Apfel, Zitrusanklänge, Minze. Am Gaumen eine junkertypische, frische, aber gut ausbalancierte Säure. Die duftigen Noten vom Sauvignon setzen sich am Gaumen durch. Macht Lust auf ein weiteres Glas. Als Speisenbegleiter zu steirischen Backhendl, zu Vogerlsalat, heimischen Fischen aber auch traditionell zum Martiniganserl. Mit im Gepäck war auch der Spirituosen-Trend – Gin. Mehr dazu findet ihr unter https://www.schneeberger-destillate.at/de/.

Dass man mit Kaffe auch großartige Cocktails kreieren kann stellte auch dieses Jahr wieder Nespresso eindrucksvoll zur Schau. Nebenbei konnte man auch die neuesten Maschinen bestaunen und aktuelle Kaffeesorten verkosten.

Seit 1926 handeln sie mit Wein. Heute stehen sie in Kontakt mit den bedeutendsten Weinproduzenten aus dem In- und Ausland und mit Brauereien, Spirituosen- und Getränkeherstellern in aller Welt – Morandell. Ein Name über den man, gerade in der Spitzengastronomie, kaum mehr vorbeikommt. Ein Familienbetrieb mit Gespür für gute Tropfen.

Genau das stellte man auch dieses Jahr wieder eindrucksvoll unter Beweis. Einen wirklich großartigen Job haben dabei die Bartender der Stage Bar des STAGE 12 – Hotel by Penz gemacht, die aus den hochwertigen Spirituosen köstliche Cocktail- und Longdrink-Kreationen gezaubert haben.

Wenn ich auf der GAST-Messe bin, ist für mich ein Besuch bei Paolo de Martin, der das Kultgetränk Sprizzerò zu dem gemacht hat, was es heute ist. Ein cooles, spritziges, weinhaltiges Getränk in verschiedensten Geschmacksrichtungen. Bei diesem coolen Design und dem qualitativ sehr hochwertigen Inhalt, greife auch ich sehr gerne mal zur Dose.

Allerlei Köstlichkeiten waren auch auf dem Stand des Handelshaus Wedl zu finden. Von großartigem Kaffee vom Top Barista, über köstliche heiße Schokolade, bis hin zur edlen Trüffelpasta, war alles mit dabei, was das Feinschmeckerherz höher schlagen lässt.

Der freie Platz von Trumer blieb nicht lange frei. So nützte Red Bull diese Fläche und positionierte hier, mit einer sehr eindrucksvollen Bar, ihre Organics-Linie (https://www.redbull.com/at-de/organics). Die gesamte Produktpalette gab es pur oder in Form großartiger Cocktailkreationen zu verkosten. Gleich nebenan am „klassischen“, alt bekannten Red-Bull-Stand, gab es, neben den bekannten Sorten, die neue Winter-Edition „Gletschereis“ zu verkosten. Eine Hommage an die berühmt berüchtigten Zuckerl, die bei so manchen Besuchern, mich mit eingeschlossen, Kindheitserinnerungen hervorrief.

Ein Pflichtbesuch für Feinschmecker ist auch Lohberger, wo internationale Spitzenköche eindrucksvoll ihr Können auf den hochwertigen Küchengeräten unter Beweis stellten. So verwundert es nicht, dass dieses Unternehmen mit zu den Marktführern zählt und in zahlreichen Hauben- und Sterneküchen vertreten ist.

Edlen Stoff in Edel Stoff präsentierte Szene-Koch und kreativer Querdenker Harry Albel mit seinem Edel Stoff. Der Name ist dabei Programm. Edel, durch die Auswahl der Zutaten und durch das doppelte Ansetzen. Der Geschmack puristisch nach edler Zirbe. Die Zirben Zapfen, aus den besten Gebieten Österreichs werden händisch aus schwindelerregenden Höhen gepflückt, nach seinen persönlichen Qualitätsstandards selektiert und innerhalb weniger Stunden von Hand verarbeitet. Jede Flasche ist ein Unikat, das Etikett aus Stoff von Hand bemalt. Kreativ, cool, absolut lecker!

Der Abschluss dieses Beitrages ist auch immer der Abschluss meiner fünf Messetage und gehört jedes Jahr mit zu den Highlights – mein Besuch bei der Ablinger Fleischhauerei. Die großartige Weißwurst ist der kulinarisch krönende Abschluss. Ein absolut würdiger Abschluss, so steht dieses traditionelle Familienunternehmen genau dafür, wofür auch ich mit meinem Blog eintrete – hohe Qualität. Jeder, der genau so ein Fleischtiger ist wie ich, weiß, dass Qualität gerade in diesem Bereich unverzichtbar ist, um einen perfekten Fleischgenuss zu garantieren. Hier wird alles frisch verarbeitet und veredelt, der Kunde wird ausgiebig beraten. „Aus Tradition das Beste“ ist der Leitspruch des Unternehmens und genau das ist es, was sie immer wieder bieten und das bereits seit 1932. Perfekt in Szene gesetzt wurden die aktuellen Produkte auch dieses Jahr wieder von Otto Wallner, der daraus wieder köstliche Kreationen zauberte. Raffiniert und dennoch bodenständig.

Nun noch ein kleiner Rundgang, um zu zeigen, wie vielfältig diese Messe ist:

Für mich zählt diese Messe noch immer zu einem der Highlights des Jahres hier und ich freue mich jetzt bereits wieder auf die „Alles für den GAST“ 2020.

Thomas Pail