Cool, bunt, modern und nachhaltig – das war die BRANDBOXX & STYLE UP YOUR LIFE! Fashionnight

Cool, bunt, modern und nachhaltig – das war die BRANDBOXX & STYLE UP YOUR LIFE! Fashionnight

Montagabend war es wieder an der Zeit für die modischen Festspiele Salzburgs, so luden die BRANDBOXX und STYLE UP YOUR LIFE! zur legendären Fashionnight.

Sehr viel besser hätte dieses Event kaum sein können, doch war das vor Beginn noch mehr als unklar. So regnete es Vormittags noch in vollen Strömen und war es mehr als zweifelhaft, ob das Event überhaupt im Freien stattfinden kann.

Zum Glück hat man sich dafür entschieden es draußen zu wagen, denn besser hätte das Wetter nicht sein können. Angenehme Temperaturen, ein wundervolles Licht für die Fashionshow und als Zugabe ein traumhafter Sonnenuntergang.

Dieses Mal gab es eine große Neuerung. Die BRANDBOXX lud, bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Start, Medienvertreter zum Pressecocktail, wo es nähere Informationen zu der Messe sowie den neuen Trends zu hören gab.

Diese Trends wurden uns anhand dreier Modelabels präsentiert.

Druck und Strick mit schönem Rückenausschnitt sind großes Thema bei MISSONI. Kräftige Farben unterschiedlichster Nuancen sind ebenso wieder en vogue. „Mix and Match“ heißt das große Zauberwort. Hier kann man schon mal das zum Rock gehörige Oberteil mit einer in ähnlichen Farben gehaltenen Hose kombinieren. Es geht darum, sich wieder mit der Mode auseinanderzusetzen, mehr Möglichkeiten für einen individuellen Look zu haben und vor allem – Mode muss Spaß machen.

Natürlich dürfen auch Batik und Karo nicht fehlen, Zick-Zack-Muster sorgen für eine gewisse Tiefe.

Auch Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Thema, so produziert MISSONI mit Kunstdaunen. Ob das alleine bereits als wirklich Nachhaltig bezeichnet werden kann, lassen wir nun einfach einmal im Raum stehen.

Mode wird unisex, so können, gerade in den Bereichen Shirts, Jacken und Hoodies, die aktuellen Kollektionen sowohl von Männern als auch von Frauen getragen werden.

Was wäre ein perfekter Look ohne die dazu passenden Accessoires? Nicht komplett. Und so bietet MISSONI für jede ihrer Kollektionen, die dazu passenden Accessoires.

Für mich etwas fragwürdig die aktuellen Unterwäsche-Trends, präsentiert vom Modelabel MEY.

Weg von unbequem sexy, hin zu bequem – so lässt sich der Trend wohl am besten zusammenfassen. Vorrangig findet man zarte Pastelltöne, eines der Farbhighlights ist Pistazie. Die Farben passen sich also der neuen Art von Bequemlichkeit an. Ebenso angesagt – Print im Oriental Look.

Es kommt vermehrt auch zu ungewöhnlichen Designkombinationen, so wird zarte Spitze mit Gummibund gemischt.

Bequemlichkeit hin oder her – sexy geht definitiv anders. Trends, die sich hoffentlich nicht lange halten werden. Aufregend? Keine Spur.

Die Businessmodetrends wurden uns von dem Modelabel COMMA, vorgestellt.

Aufgelockert, feminin und modern sollte sie werden – verstaubte klassische Hosenanzüge und Kostüme bleiben wohl im Kasten.

Neongelb darf er sein, der neue Businesslook. Oder warum nicht einfach ein aufregendes Muster? Aufregend verarbeitete Spitze wäre natürlich auch eine Alternative zu klassischen Stoffen und Schnitten – dominanten Schnitten, kombiniert mit Blusen mit Puffärmeln.

Jetzt ist natürlich die Frage, von welcher Art Business wir hier reden. In manchen Fällen wäre es ratsam den Schrank nochmals zu öffnen und doch zur klassischen Businessmode zu greifen – man muss nicht alles revolutionieren und – gerade im High Business Bereich gibt es nach wie vor noch ein sehr strenges Regelwerk, was Mode betrifft. Neongelb wäre hier wohl doch fehl am Platz – und das ist auch gut so.

Hier setzen sich langfristig dann doch hochwertige Stoffe in klassischen Schnitten durch – sorry COMMA,.

Der Pressecocktail – eine großartige Idee, sehr gut umgesetzt. Eine kleine Kritik am Rande – vergesst doch das nächste Mal bitte die Herren nicht. Auch wir würden gerne unsere Trends sehen.

Als besonderer Stargast des Abends war Topmodel Barbara Meier angesagt, die extra ihren Urlaub unterbrach und sich, sehr sympathisch, viel Zeit für sämtliche Interview- und Fotowünsche der Presse und der zahlreich erschienen Gäste nahm und überdies noch mit auf dem Laufsteg zu sehen war.

Selbst die Location zeigte sich wieder in ihrem besten Style – eine Mischung aus Ibiza-Chic und Industrial Design. Modisch internationales Flair in Salzburg, das schafft ansonsten in dieser Form kaum jemand in Salzburg.

In all diesen Jahren lernt man sich so kennen, man trifft immer wieder die selben Leute, macht nebenbei noch zahlreiche neue und spannende Bekanntschaften und verbringt einen wundervollen Abend mit guten Freunden. Die perfekte Gelegenheit mit zahlreichen Branchenkennern und Medienvertretern zu fachsimpeln, Geschäfte anzubahnen oder einfach nur einen kurzweilig lustigen Abend zu verbringen.

Dazu gab es auch dieses mal wieder allerlei kühle Erfrischungen sowie ein köstliches Flying Dinner.

Für die musikalische Umrahmung sorge dieses mal, neben dem obligatorischen Dj, die österreichische Singer-Songwriterin Virginia Ernst. Live und unplugged, großartige Performance.

Das ließen sich natürlich auch Gäste wie Profitänzerin Yvonne Rueff, Buchautor Clemens Trischler, Fußball-Legende Otto Konrad, Schauspielerin Anja Kruse, Immobilienlady Marlies Muhr sowie das Society-Paar Katharina Stumpf & Alexander Beza nicht entgehen.

Natürlich gab es auch auf dem Laufsteg so einiges zu sehen. „Colors of water“ war das Thema, ein Mix aus maritimen Design und floralen Mustern. Das Thema ebenso eine Anspielung auf die Verschmutzung unserer Meere. Nachhaltigkeit ist ebenso ein immer größer werdendes Thema im Bereich Mode.

Den Anfang machte wieder die Modeschule Hallein mit ihrer aktuellen, nachhaltigen Upcycling-Kollektion.

Weiter ging es bei der Show mit verschiedenen Labels wie comma, Frieda&Freddies und Daniel Hechter. Highlight waren natürlich auch dieses Mal wieder die imposanten Abendroben von Unique. Sanfte Farben, gekonnt, raffiniert verarbeitete Spitze und Perlenstickereien sorgten für romantischen Flair. Mit ein Star der Show – Lia Bach Kindermoden, geprägt durch prägnantem Mustermix und satten, kräftigen Tönen. Pain de Sucre hielt sich mit den Farben bedeckt, sorgte aber mit aufregenden Schnitten für den ein oder anderen Hingucker.

Schön zu sehen war, speziell für mich als Mann, dass nun auch wir wieder mehr Mut zur Mode zeigen dürfen. Auch Männer-Design wird bunter, aufregender, ausgefallener – weg von klassisch langweiligem Design.

Gerade unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit und Schutz der Umwelt und Meere hätte das ein oder andere Label vielleicht auch noch mehr Wert auf nachhaltige Produktion aus qualitativ hochwertigen Stoffen legen können, dennoch war es eine sehr gelungene Show mit einem vielschichtigen Einblick in Bezug auf die kommenden Trends.

Hier nochmals die Looks der Show (Fotos Copyright Thomas Pail):

Für mich auch dieses mal wieder ein sehr gelungenes Event. BRANDBOXX und STYLE UP YOUR LIFE! – eine Kooperation, die hoffentlich noch lange bestehen wird.

Die Fashionnight – die modischen Festspiele Salzburgs.

Vielen Dank für die Einladung. Ich durfte auch dieses Mal einen wundervollen Abend mit ganz besonderen Menschen verbringen und wieder eine Vielzahl neuer Eindrücke mitnehmen, die ich hoffentlich in diesem Beitrag ein wenig weitervermitteln konnte.

Mode muss Spaß machen, Mode ist aufregend, Mode ist Ausdruck unserer Empfindungen, Mode ist Kultur, Mode ist modern. Salzburg ist – und das ist bekannt – keine besonders modeaffine Stadt und genau diese Events tragen vielleicht mehr und mehr dazu bei, dass sich das ändert – und das ist gut so.

In diesem Sinne zeigt Mut zur Mode!

Thomas Pail

Die Dirndl fliegen wieder tief – das war der Gössl Dirndlflugtag in Salzburg

Die Dirndl fliegen wieder tief – das war der Gössl Dirndlflugtag in Salzburg

Es war wieder soweit – „Ein Dirndl fliegt selten allein“ hieß es Sonntag Nachmittag wieder im Gwandhaus Salzburg, denn Gössl lud wieder zum berühmt berüchtigten Dirndlflugtag.

Schon fast drohten nicht nur die Dirndln, sondern gleich das ganze Event ins Wasser zu fallen, so waren Regenschauer und Gewitter angesagt gewesen. Der Wettergott meinte es dann dennoch gnädig und so war es, bis auf ein paar Tropfen, beständig.

Beständig war auch die Moderation von B. S. Stucka – beständig insoweit, dass er mittlerweile über all die Jahre immer wieder die selben Sprüche auspackte. Wer das erste Mal mit dabei war fand das vielleicht noch ganz lustig, die Stammbesucher eher weniger. Ein Witz wird nicht lustiger, je öfter man ihn erzählt – in diesem Sinne wird es wohl Zeit für neue Sprüche – oder doch gleich einen neuen Moderator!? Vor allem, wenn man die Grenze zwischen lustig provokant und angreifend, beleidigend nicht mehr so ganz ziehen kann.

„Oft ist weniger mehr.“ lautet ein bekannter Spruch – das gilt auch für die Moderation.

Dazu kam noch, dass die Lautstärkeregler an den Mischpulten wohl ein wenig zu weit auf Anschlag gedreht wurden, so hielt sich mancher Besucher bereits die Ohren zu.

Die wahren Helden des Tages waren jedoch wie immer die Springer und Springerinnen. Zehn Kandidatinnen und acht Gruppen stiegen auf den Dreimeterturm, um mit ihrem Dirndlflug in den extra angelegten Teich die VIP Juroren zu überzeugen – ein Jurorenteam, das auch dieses Jahr wieder großartig besetzt war – als Hausherr Gastgeber Maximilian Gössl, Dancing Stars Gewinnerin Lizz Görgl, Fitness-Model Monica Meier-Ivancan, die ehemalige olympische Wasserspringerin Marion Reiff und Schauspieler Alexander Held.

Eines ist dieser Gössl Dirndlflugtag immer – ein Event, das Nationen und Generationen miteinander verbindet, so war eine Dirndlspringerin für den Bewerb extra aus Schweden angereist, als älteste Teilnehmerin begeisterte eine 76-Jährige aus Schwanenstadt das Publikum.

Die Königin des Dirndlflug 2019 steht auf alle Fälle fest: Die höchste Punktezahl – nämlich 47 – ging an Doris Broschek aus Mödling. Sie holte sich mit dem ersten Preis einen Gössl Gutschein im Wert von € 650.

Ein lustiger Trupp von sechs Springern landete am Podest des ersten Platzes in der Gruppenwertung. Damit gewannen Daniel Vereno, Dominik Leitner, Wolf Erler, Lukas Wiesbacher, David Gruber und Christoph Stundner eine Stiegl Party.

Der Sonderpreis für die schönste Dirndl-Erscheinung ging heuer an Christine Lechenbauer. „Einen außerordentlichen Ehrenpreis erhält Herta Wührer, die mit ihren 76 Jahren wohl das mutigste fliegende Dirndl war.“ , so Gastgeber Maximilian Gössl.

Unter den Gästen waren Starkoch Didi Maier mit Familie, Ex-Skistar Philipp Schörghofer, Squash-Profi Aqeel Rehman, Arche-Bauer Thomas Strubreiter, Astrologin Gerda Rogers, Tenor Laszlo Malezky und Autor Clemens Trischler.

Einige VIP Juroren ließen es sich heuer nicht nehmen, auch selbst den Sprung ins kühle Nass zu wagen – natürlich außer Konkurrenz. Lizz Görgl, Monica Meier-Ivancan und Marion Reiff gingen gemeinsam auf den Turm und sprangen eindrucksvoll in Serie.

Für die Unterhaltung der Gäste war auf jeden Fall gesorgt, sei es im kulinarischen Sinne von Weißwurst bis Eis, in der BeautyLounge, am Putting Green oder vielleicht doch bei den ausgestellten Fahrzeugen von Auto Frey.

Die aktuellen Trachtentrends wurden den Gästen im Rahmen der Gössl Modenschau präsentiert.

Der Gössl Dirndlflugtag ist und bleibt Kult, dennoch ist es hier und da Zeit für eine Kleine Veränderung. Ein neuer Moderator? Eine Band? Ein größeres kulinarisches Angebot, wie es bereits in vergangenen Jahren der Fall war?

Man darf gespannt sein was der Gössl Dirndlflugtag 2020 für die Besucher wieder alles zu bieten hat.

Alle Fotos zum Event findet ihr auf Salzburg Cityguide.

Thomas Pail

Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 – im Zeichen von Mythen der Antike und Umweltschutz

Festakt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2019 – im Zeichen von Mythen der Antike und Umweltschutz

Seit Samstagvormittag blickt die internationale Kunst- und Kulturszene wieder auf die schöne Mozartstadt Salzburg – die Festspiele 2019 sind eröffnet.

Bis 31. August werden heuer 199 Aufführungen in 43 Tagen an 16 Spielstätten geboten. Im Zentrum stehen die Mythen der Antike.

US-Starregisseur Peter Sellars macht heuer, sowohl in seiner Eröffnungsrede als auch in seiner Inszenierung von Mozarts Idomeneo, eine unserer größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zum Thema – den Klimawandel.

Ich durfte auch dieses Jahr wieder mit meinem Blog dabei sein und einen wundervollen Vormittag in der beeindruckenden Felsenreitschule verbringen. Für mich persönlich war es die bisher schönste Festspieleröffnung, die ich bis jetzt erleben durfte mit Themen, wie sie aktueller nicht sein könnten, großartigen, packenden Reden und vielen ganz persönlichen Überraschungen.

Was haben nun die Mythen der Antike mit unserem Hier und Jetzt zu tun?

Festspielpräsidentin Rabl-Stadler geht in Ihrer Eröffnungsrede genau auf diese Frage ein.

„Wir werden den Beweis erbringen, dass die Beschäftigung mit den Mythen kein Schwelgen in längst vergangenen Zeiten bedeutet, sondern Auseinandersetzung mit der Welt von heute“, sagte Präsidentin Rabl-Stadler im Hinblick auf den diesjährigen thematischen Schwerpunkt der Festspiele. Denn: Deren große Themen, Schicksal und Schuld, Sieg und Niederlage, Freundschaft und Hass, Liebe und Rache, würden über Jahrtausende hinweg auch den Nerv unserer Zeit treffen.

Copyright Land Salzburg/Neumayr/Leo

Landeshauptmann Wilfried Haslauer zeigt in seiner Rede die Grenzen im Leben und in der Kunst auf.

„Wir stecken in unseren Grenzen wie in unserer Haut, einem komplexen System, das im ständigen Austausch von innen und außen steht. Tastsinn, Luft, Licht, Wärme: Durchlässigkeit innerhalb einer zuträglichen Bandbreite ist Grundvoraussetzung für Leben. Für Haut und Grenzen gilt gleichermaßen: Der Verlust der Balance von Schutz und Austausch ist letal.“ Die Kunst sei die permanente Verhandlung von Grenzverschiebungen, sie relativiere Absolutes. Sie stelle die Frage nach moralischen und ethischen Grenzen und sei dabei in besonderer Weise dem Schicksalshaften verhaftet. Sie interpretiere ihre großen Werke immer wieder neu, aus anderen, heute wichtig erscheinenden Gesichtspunkten – als ein Spiegel, in dem wir uns selber entdecken können.

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Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein sieht die Salzburger Festspiele als Inspiration und Provokation.

„Die Mythen enthalten all das, was das Leben ausmacht: Den Logos und den Mythos, das Trennende und das Verbindende, das Alte und das Neue. Die Festspiele dienen dabei als immerwährende Inspiration und teils wohl auch als Provokation, geben Impuls zum Nachdenken und zum Schwelgen, stimulieren Geist und Sinne, reflektieren das Verhältnis zwischen Mensch und Natur immer wieder aufs Neue.“ Kunst und Kultur seien nicht nur hübsche Verzierung, sondern im Gegenteil unersetzlicher Teil des Menschseins. Neues, Ungewöhnliches, auch Gewagtes sei nötig, um die Weiterentwicklung einer mündigen Gesellschaft zu garantieren. „Die Kunst darf im Unterschied zur Politik auf den Kompromiss verzichten. Sie muss auch provozieren und verstören. Die Politik hingegen ist auf den Kompromiss angelegt und angewiesen“, so die Bundeskanzlerin.

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Peter Sellars sieht die Lösung des Problems „Klimawandel“ in der Schaffung einer neuen, ökologischen Zivilgesellschaft. „Wir müssen dringend die Strukturen des Kapitalismus und des internationalen Bankensystems hinterfragen und eine breit aufgestellte politische und soziale Gerechtigkeit schaffen.“  Notwendig sei es dabei, die Position der Frauen zu stärken sowie auf tradierte Erkenntnisse indigener Völker zurückzugreifen. „Die Wissenschaft gibt uns noch genau 15 Jahre, um eine neue, eine ökologische Zivilisation zu schaffen“, mahnt der Festredner. Und weiter: „Der Klimawandel verlangt nach Gleichberechtigung, nach Gemeinschaften, Netzwerken und Strukturen, die es uns ermöglichen, auf Augenhöhe zu handeln. Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen.“

„Musik und Oper sind Kunstformen, die auf Erfahrung beruhen. Hier finden wir Räume für neue Erkenntnisse und überraschende Einsichten.“ So beruhe die Entstehung von Mythen darauf, um zu verstehen, dass alles in der Welt miteinander verbunden ist und einen kausalen Zusammenhang, ja, ein Karma hat.

Der Mensch verbraucht heute das sechsfache an Ressourcen, was die Erde derzeit bereitstellen kann. Wir zerstören die Wälder, die Lunge unseres Planeten und die Meere, die rund 70% unserer Erdoberfläche ausmachen – das Lebenserhaltungssystem unseres Planeten. Aktuelle Schätzungen belegen, dass jeder von uns pro Woche die Menge an Plastik einer Kreditkarte zu sich nimmt – wir werden zu Plastikmenschen könnte man hier sagen.

„Das sind tatsächlich kulturelle Fragen, genau so wie wissenschaftliche und politische Themen, die durch die Kunst in Musik, Tanz, Malerei, Film und Dichtung Ausdruck finden müssen. Wir brauchen neue Stimmen, und es gibt viele neue Geschichten zu erzählen!“, so Peter Sellars.

Beendet hat er seine Rede mit einer wundervollen Verbindung zwischen Mozarts Idomeneo und unserer Gesellschaft im Umgang mit dem Klimawandel:

„Der 24-jährige Mozart beendet seine Oper mit einem erstaunlichen Kunstgriff, einer Botschaft aus der Zukunft und einem Akt der Heilung. Neptun erscheint und kündigt Idomeneo an, er könne aufgrund seiner gebrochenen Versprechen nicht länger König sein. Neptun bietet Idamante, dem rebellischen Sohn Idomeneos, und Ilia, dessen Flüchtlingsbraut — also der nachfolgenden Generation —, die Herrschaft an. Sie sind es, die sich mit Integrität, Unschuld und Liebe tatsächlich durchgesetzt haben. Ihre Hartnäckigkeit und ihre Vision qualifizieren sie für diese Führungsrolle.

Heute, in diesem aufwühlenden Augenblick der Menschheitsgeschichte, geht die junge Generation mit Entschlossenheit und Idealismus auf die Straße. Kinder sprechen eindringlich mit ihren Eltern. Sprecht weiter! Ihr habt den größten Einfluss auf eure Eltern! Und ihr Eltern, hört auf eure Kinder! Unsere Generation war die Generation der Imperien und der Konsumgesellschaft. Jetzt ist es an der Zeit, eine neue Generation von engagierten, schöpferischen, fürsorgenden jungen Menschen willkommen zu heißen.“

Copyright Land Salzburg/Neumayr/Leo

Für eine Überraschung sorgte auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, so begeisterte er mit einer sehr persönlichen, emotionalen Rede.

„Wir müssen die sein, die mitarbeiten an der Lösung und die aktiv die Zukunft unserer Menschheit sichern. Wir alle können und müssen konkret mithelfen“, unterstrich auch Bundespräsident Van der Bellen und sprach dabei konkret auch die Banken, Energiewirtschaft, Technologie-Konzerne, Lebensmittelerzeuger, Konsumentinnen und Konsumenten und die Politik an. „Denn wenn wir weiterleben wollen, werden wir so nicht weitermachen können.“ Die Lösung liege in der Gemeinschaft. Klimaschutz, Digitalisierung, Migration seien allein nicht zu lösen. Van der Bellen weiter: „Wir müssen hier einen gemeinsamen europäischen Weg gehen. Wir müssen uns darum bemühen. Nur gemeinsam sind wir stark.“

Es war deutlich zu spüren, dass dieses Thema eine Herzensangelegenheit des Bundespräsidenten ist, dass in bereits in seinen früheren politischen Funktionen immer wieder begleitete. Mit eindringlichen Botschaften, persönlichem Charme und Humor wandte er sich direkt an die anwesenden Vertreter der Banken und Energiewirtschaft. Und wenn es ihm damit gelungen ist nur einige davon zu überzeugen umzudenken, so hat er mit dieser Eröffnungsrede bereits viel erreicht.

Copyright Land Salzburg/Neumayr/Leo

Musikalisch umrahmt wurde das Programm vom Mozarteumorchester Salzburg unter der musikalischen Leitung von Aziz Shokhakimov, der für mich ganz klar zu den großen Stars dieser Eröffnung gehörte. Mit Temperament, Leidenschaft und einer dennoch spürbaren Ruhe und Gleichmäßigkeit führte er das Orchester zu einer fantastischen musikalischen Höchstleistung.

Von der schwungvollen Ouvertüre aus der Opéra-bouffon Orphée aux enfers von Jacques Offenbach, über Tzigane – Rhapsodie de concert für Violine und Orchester von Maurice Ravel – bei dem die Violinen-Solokünstlerin Patricia Kopatchinskaja eine musikalische Bestleistung hinlegte, die vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert wurde – bis hin zu der Rumänischen Rhapsodie A-Dur op. 11/1 von George Enescu, es war ein musikalischer Hochgenuss vom Feinsten und eine Eindrucksvolle Darbietung dessen, was die Salzburger Festspiele sind – mit eines der schönsten und hochwertigsten kulturellen Festivals dieser Zeit.

Wenn man es irgendwie schafft an Karten zu kommen – und das gestaltet sich, wie ich jedes Jahr selbst erfahren muss, nicht immer als leicht – so zahlt sich ein Besuch der Salzburger Festspiele immer aus.

Die Kunst spiegelt das wider, was wir waren, was wir sind und was wir sein könnten. Für mich persönlich gehört es dazu, mich auch mit diesen Themen zu befassen und ich möchte diese meine Begeisterung, besonders im Hinblick auf die jüngeren Generationen, teilen.

Es zahlt sich aus in Karten zu investieren, denn bekommt man hier nicht nur einen musikalischen Genuss auf höchstem Niveau, sondern auch viele neue Erkenntnisse, die unsere Sichtweise auf verschiedenste alltägliche Themen, Sorgen und Probleme anregen, verändern oder beeinflussen.

In diesem Sinne wünsche ich sowohl all denen, die bereits Karten besitzen, als auch denjenigen, die noch darum kämpfen, eine wunderbare, schöne Festspielsaison 2019.

Thomas Pail

Now or Never – kunstreiche Festspiele in der Walentowski Galerie Salzburg

Now or Never – kunstreiche Festspiele in der Walentowski Galerie Salzburg

„Now or Never“ war das Motto der heurigen Festspielausstellung der Walentowski Galerie Salzburg, die Freitagabend eröffnet wurde.

Gezeigt werden Arbeiten des international renommierten Künstlers Jürgen Norbert Fux.

Für diesen hieß es bedauerlicherweise wohl „Never“ für seinen Rückflug von Mallorca hier her, so war der Künstler selbst an diesem Abend nicht anwesend.

Der Stimmung der erschienenen Gäste tat dies dennoch keinen Abbruch und die Werke sprechen für sich.

Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist die Porträtfotografie, die dann jedoch so weit entfremdet wird, dass etwas vollkommen Eigenständiges entsteht. Durch diese Formensprache erreicht Fux einen hohen Wiedererkennungswert in seiner Kunst, was Sammler weltweit zu schätzen wissen.

Wer unseren Jürgen Fux kennt weiß, dass er nie viel über seinen Erfolg spricht – ein sympathisch, bodenständiger Künstler mit großem Familiensinn.

Dennoch hat er bereits international große Bekanntheit erlangt und ist auf den großen Messen wie der Red Dot Miami, der ART Fair in Köln oder der ART Basel vertreten.

So verwundert es auch nicht, dass er, neben seinem Atelier in Anif bei Salzburg arbeitet er vorwiegend in Miami oder Tel Aviv.

Salzburg ist so etwas wie sein ganz persönlicher Rückzugsort, wo er jede freie Minute seiner Familie widmet und ein wenig entspannen kann vom Jet Set Leben.

Jedes seiner Werke ist ein Original, garantiert mit einem Zertifikat mit Seriennummer. Die „Hinter Glas Technik“ ist typisch und prägnant für einen echten Jürgen Fux. Edelstahl oder normaler Stahl dient hier als Basis, mit hinter Glas oder Plexiglas gedrucktem Motiv. Das Bild wird von Hinten bemalt, um einen noch größeren Kontrast zu erzielen. Das fertige Werk scheint so am Stahl zu schweben.

Farbenfroh, innovativ und modern – so gibt es für jede Art von Räumlichkeit das passende Werk.

Das ist es, was auch zahlreiche Besucher in diese Ausstellung lockte. Bei coolen Drinks und frischen Tramezzini wurde dann auch gleich fachgesimpelt und all diese beeindruckenden Arbeiten bestaunt.

Es ist wieder Festspielzeit. Zahlreiche Besucher strömen in die Stadt, alles ist eleganter als sonst – bunter als sonst.

Besser könnte diese Ausstellung wohl kaum in diese wundervolle Festspielzeit passen – ein gelungener Start in wundervoll kunstreiche Festspiele.

Wer sich nun  selbst davon überzeugen möchte, sollte unbedingt in die Walentowski Galerie nach Salzburg kommen (Sigmund-Haffner-Gasse 3, 5020 Salzburg). Ein Besuch lohnt sich.

Bis dahin gibt es hier ein paar Highlights dieses Abends:

Thomas Pail

Bühnen frei für Don Quichotte – von Männlichkeit und Antihelden

Bühnen frei für Don Quichotte – von Männlichkeit und Antihelden

Was macht einen echten Mann aus? Welche Rolle spielt der Mann? Wie definiert sich ein wahrer Held?

Es war genau das Thema, womit sich Mariame Clément in Ihrer Inszenierung des Don Quichotte nach Jules Massenet, die Donnerstagabend große Premiere im Zuge der Bregenzer Festspiele feierte, auseinandersetzte.

Die Inszenierung ein waghalsiges, mutiges Experiment, so ist jeder einzelne Akt in einer anderen Zeit, es gibt ein Theater im Theater, die Grenze zwischen der reellen Handlung und der Phantasie verschwimmt zusehens.

Bereits zu Beginn große Verwirrung im Publikum, so war auf einer großen Leinwand eine umstrittene Gilette Werbung zu sehen, gefolgt von einem bewusst inszenierten Wutgespräch eines angeblichen Opernbesuchers, der sogleich eine minutenlange Wutrede darüber hielt, wie die Netzreaktionen auf besagten Werbespots ausfielen. „Wer hat denn die Burgen gebaut?“

Für die nächste Verwirrung sorgte eine Bühne auf der Bühne, auf der Sitzreihen, baugleich derer der Oper, installiert war, wo, sowohl normale Besucher sowie Figuren des Stückes, Platz nahmen und sich den darauf beginnenden ersten Akt ansahen.

Im ersten Akt noch in klassischer Anmutung – ein Don Quichotte, so wie man ihn aus unzähligen Darstellungen kennt, so wie man ihn sich vorstellt.

Weiter geht es im zweiten Akt in einem Badezimmer, wo er, in einer Art Wahnsinn, gegen einen Ventilator kämpft, der für die berühmten Windmühlen steht. Zur Seite steht ihm hier ein Sancho Pansa, der mehr an einen heruntergekommenen Rockstar erinnert.

Der dritte Akt spielt in einer sehr urbanen Gegend ab – einer verdreckten Straße, die Wände mit Graffitis übersät. Der berühmte Ritter trauriger Gestalt tritt hier als Spiderman auf – quasi als Held unserer Zeit. Eine sehr spannende Verbindung, so haben diese beiden Figuren doch mehr gemeinsam, als es im ersten Augenblick scheint. Der klassische Don Quichotte ist mehr Antiheld als Held, so wird er mehr belächelt als bewundert und auch die große Liebe bleibt ein unerfüllter Traum. Die Rüstung dient als Verkleidung, denn selbst zu dieser Zeit, in der sich die klassische Erzählung abspielt, trug man bereits lange keine Rüstungen mehr. Don Quichotte als klassischer Nerd der ersten Stunde könnte man sagen. Auch Spiderman nützt seinen Spinnenanzug als Art Verkleidung, denn auch sonst niemand würde so auf die Straße gehen. Auch in seinem wahren Leben als Peter Parker fällt er unter die Kategorie Nerd und zählt nicht unbedingt zu dem, was man als klassischen Frauenhelden bezeichnen würde. Spiderman als Don Quichotte des 20./21. Jahrhunderts.

Im vierten Akt zeigt sich Don Quichotte als bemitleidenswerter Nerd, der in einem ganz typischen Großraumbüro arbeitet und von seinen Kollegen nur mit Spott und Hohn bedacht wird, als er Dulcinée die gestohlene Kette wieder bringt. Ab diesem Moment tritt sein treuer Gefährte Sancho Pansa aus seinem, durch Furcht und Zurückhaltung geprägten, Schatten und verteidigt energisch seinen Herrn.

Sterben darf Don Quichotte letztendlich im fünften Akt auf einer Bühne auf der Bühne – so gehen drei Vorhänge auf. Dulcinée beobachtet das Geschehen vom „Zuschauerraum“ auf der Bühne, bevor sie kurz vor Don Quichottes Sterben im Publikum verschwindet.

Eine Inszenierung die mit einer Flut an Reizen, unterschiedlichsten Eindrücken und Bildern und einem teils etwas unübersichtlichen Gesamtkonzept aufwartet. Eine Interpretation des Stückes, die mit der literarischen Fassung nur mehr wenig zu tun hat. Zu viel könnte man meinen, zu lange Umbauphasen könnte man sagen. Diese Kritik hätte durchaus seine Berechtigung. Man könnte jedoch auch sagen, dass sich dieser Don Quichotte in unterschiedlichsten Figuren, verschiedenster Epochen widerspiegelt und uns zeigt, dass es genau diese Art Antiheld immer und überall gibt. Wann ist ein Mann ein Mann? Wann ist ein Mann ein Held?

Gábor Bretz, der die Rolle als „Don Quichotte“ das erste mal sang, glänzte mit einer konstant sehr guten gesanglichen Leistung und einem sehr klaren Bass.

Sehr feine Nuancen, eine große Wandlungsfähigkeit und eine starke emotionale Präsenz zeigte der Bariton David Stout als „Sancho Pansa“.

Anna Goryachova startete als „Dulcinée“ mit einer guten musikalischen Leistung in den ersten Akt, bestach im weiteren Verlauf mit einem stimmlichen Feuerwerk, punktgenauen Tönen und großer Spannung.

Zurecht mit lautstarkem Applaus gefeiert – Patrik Reiter als „Juan“.

Eine sehr solide Leistung auch aller anderen Mitwirkenden.

Konstant sehr gute Leistung wie immer auch vom Prager Philharmonischer Chor.

Ein Ruhepol – im Gegensatz zu der Reizüberflutung auf der Bühne – Daniel Cohen mit den Wiener Symphonikern. Zarte Klänge – ruhig und leise. Kein musikalisches Feuerwerk, dennoch eine zu dem Stück passende Subtilität und Leichtigkeit.

Trotz mancher Kritik gab es vom Premierenpublikum langen, tosenden Applaus. Die ungewöhnliche und mutige Idee dieser Neuinterpretation und Umsetzung des Stückes kommt beim Publikum an und ist somit durchaus geglückt.

Mein Fazit:

Diese Opernproduktion gehört mit Sicherheit zu den verrücktesten, die ich bisher sehen durfte. In keiner anderen Produktion habe ich bisher einen mit eingebauten Werbespot, geschweige denn einen inszenierten Aufreger aus dem Publikum gesehen.

Es war auch nicht immer sofort klar, wo die Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen der Vergangenheit sowie dem Hier und Jetzt gezogen wurden.

Natürlich wirkte sich das deutlich auf die Umbauzeiten zwischen den einzelnen Akten aus, was ich persönlich dennoch nicht als störend empfand, da ich diese Zeit in dem Sinne genützt habe, dass ich die Eindrücke des vorangegangenen Aktes auf mich wirken ließ.

Auch wenn diese Produktion hier und da ein wenig überladen war, so muss ich dennoch feststellen, dass diese Interpretation erfrischend neu war und genau das ist es, was das Publikum an diesem Abend dann doch überzeugt hat.

Prädikat – außergewöhnlich anders – definitiv sehenswert.

In diesem Sinne wünsche ich allen Festspielbesuchern, die Ihre Aufführung noch vor sich haben, einen wundervollen Opernabend.

Thomas Pail