Mit Vollgas in den Frühling – Autos, Garten, Kulinarik

Mit Vollgas in den Frühling – Autos, Garten, Kulinarik

on Freitag bis Sonntag war es wieder soweit – das etwas lautere Frühlingserwachen im Messezentrum Salzburg.

Dieses Mal erwarteten die Besucher mit einem Ticket vier Messen.

 

Wie jedes Jahr das Highlight – die Automesse Salzburg.

Bei über 600 Fahrzeugen 40 unterschiedlichster Automarken war sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Klassischer Benziner? Umstrittener Diesel? Hybrid? Oder vielleicht doch, die derzeit sehr gefeierten Elektromotoren? Was ist gut für mich, was für die Umwelt?

Meiner Meinung gibt es für all diese Fragen keine eindeutige Antwort, denn sehe ich, im Gegensatz zu den meisten Anderen, die Lösung des Umweltproblems, nicht in der Technologie neuer Elektromotoren. 

Warum?

Nimmt man nur einmal theoretisch an, jeder von uns würde, so wie es derzeit das politische Ziel scheint, auf Elektrofahrzeuge umsteigen, stellen sich für mich folgende Fragen. Woher nehmen wir den Strom? Wer entsorgt wo die vielen Batterien mit all den giftigen Bestandteilen?

Die beste Lösung liegt meiner Ansicht genau darin, was die Automesse Salzburg zeigt – in der Vielfalt.

Es gilt das passende Fahrzeug für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

 

Mich persönlich hat es, wie jedes Jahr zu den exklusiven Modellen der Automesse gezogen. Diese Modelle sind für echte Autofans – absolut nichts für Vernunftmenschen. 

Bei dieser Auswahl fällt die Entscheidung nicht gerade einfach. Wie wäre es mit dem Bentley Continental mit 12 Zylinder und 635 PS, dem neuen Lamborghini Urus SUV mit 8 Zylindern und 650 PS, oder doch lieber dem Mercedes AMG-GT?

Wie auch immer die Wahl ausfallen mag, haben all diese Modelle eines gemeinsam – keines ist unter EUR 200.000,00 zu haben.

Ein Luxus-Spielzeug für wahre Autoliebhaber und bei allem Verständnis für Umweltbewusstsein – ein bisschen Spaß muss sein.

 

Neben genannten Highlights im absoluten High End Sequment, gab es jedoch auch noch so einige andere Highlights, die mir auf meinem Weg durch die Messe ins Auge gestochen sind.

Hierunter waren Klassikler wie der Ford Mustang, oder auch Neuheiten wie der BMW X7, der neue Cupra und die neue, optisch total veränderte Mercedes B-Klasse oder auch den voll-elektrisch angetriebenen Jaguar I-PACE.

Besonders cool – der neue Alpine im direkten Vergleich mit dem Original. 

 

Ein besonderes Highlight für Sportwagenliebhaber, die dennoch nicht auf einen Elektromotor verzichten möchten – der BMW i8.

 

 


Ebenso ein Besuchermagnet war der BMW Z1, der mit Peter Kraus einen sehr prominenten Vorbesitzer hatte.

 

 

Wer sein passendes Auto bereits gefunden hat und nun am überlegen ist, wie er dieses noch einzigartiger und besser machen kann wurde hier ebenso schnell fündig, denn fand auch heuer wieder die Car Media World statt, wo es ein breites Angebot von allem gab, was man in und um sein Fahrzeug noch so alles verbauen kann. Von außergewöhnlichen Soundsystemen über Lichttechnik bis hin zu Motortuning war hier alles vertreten. 

 

Mit der Gartenmesse hat nun endlich auch hier in Salzburg der Frühling Einzug gehalten.

Auch heuer gab es wieder alles, was das grüne Herz so begehrt. Von diversen Pflanzen über Gartenzubehör, Sitzgarnituren, Blumenbeete, Brunnen- und Biotopanlagen bis hin zu einer individuellen Beratung für eine professionelle Gartengestaltung.

Diverse Vorträge ergänzten das Angebot und boten nützliches Wissen zum Thema Garten und selbst wenn man, so wie ich, nur so zwischen den einzelnen Ausstellern durchschlendert, kann man sich eine Menge Inspiration für den eigenen Garten holen.

Besonders spannend für mich waren die zahlreichen Lösungen im Bereich von Wintergärten, die entweder in Form eines Art Pavillons frei im Garten installiert oder ganz einfach an das Haus mit angebaut werden können.

 

So ein Rundgang durch die ersten drei Messen macht aber auch hungrig. So etwas deftiges und ein gutes Glaserl Wein wären da schon etwas…

Und genau zu diesem Thema gab es dieses Jahr auch eine ganz große Neuerung – die Kulinarik Messe.

Ein Duft, wie frisch vom Bauernmarkt. Hausgemachte Wildwürste aus dem Lungau, Wurst- und Fleischspezialitäten, dutzende Sorten Käse, die man in dieser Form wahrscheinlich nicht so kennt und frisches Brot so weit das Auge reicht.

Wein Frankreich bis in die Steiermark war ebenso zu verkosten wie hochprozentiges aus der Region.

Und so landete ich da, wo ich landen musste am Ende meiner kleinen großen Messerunde – bei meinem Lieblingsweinaussteller vom Weingut Wiedersilli aus der Steiermark.

Hier wurde noch das ein oder andere Glas Wein verkostet, bis es dann auch wieder nach Hause ging.

 

Mein Fazit:

Wie jedes Jahr ist diese Messe ein gelungener Start in den Frühling. Ein Ticket – vier Messen. Unterschiedlichste Themenbereiche, die dennoch bestens mit- und nebeneinander harmonieren.

Bereits beim Medienfrühstück wurde die Messe als eine der wichtigsten in Europa gewürdigt, da man sich in Salzburg sozusagen im Zentrum, im Herzen Europas befindet.

Natürlich, es gibt weitaus größere und bedeutungsvollere Automessen in und um Europa, wo eine noch größere Palette an Fahrzeugen geboten wird, ebenso Studien und Zukunftsvisionen. Salzburg ist diesbezüglich schon eher vielmehr praxisorientiert ausgerichtet. Hier gibt es zu sehen, was sich am Automarkt bereits gut etabliert hat oder eben all das, was im Frühjahr so frisch auf den Automarkt kommt.

Was die einen an Lautstärke ein wenig verstört, begeistert andere umso mehr und doch bietet die Car Media World ein sehr breites Angebot, was es in Europa auf Messen so nicht gibt.

Auch die Gartenmesse jedes Jahr aufs neue Spannend weil sie gerade auch für mich und viele andere Messebesucher eine spannende Alternative bzw. Ergänzung zu den vielen Autos ist und wirklich alles abdeckt, was mit den unzähligen Möglichkeiten der Gartengestaltung in Zusammenhang steht.

Auch die Kulinarik Messe war für mich eine stimmige Ergänzung, gerade im Anschluss an die Gatenmesse. Hier punktet man besonders mit frischen einheimischen, regionalen Produkten und teils wirklich außergewöhnlichen Erzeugnissen.

Ich kann jedem einen Besuch dieser Messen ans Herz legen. Für dieses eine Ticket bekommt man eine unglaubliche Auswahl an Themen und Produkten und bedeuten diese Messen auch immer eines für mich – einen PS-starken Direktstart in den Frühling.

In diesem Sinne freue ich mich bereits jetzt wieder auf das Frühlingserwachen 2019 und hoffe wir sehen uns dann dort.

 

Thomas Pail

Museum der Moderne Salzburg: Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf.

Museum der Moderne Salzburg: Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf.

Samstagvormittag war ich bei einer, speziell für mich, besonderen Ausstellungseröffnung im Museum der Moderne, hier in Salzburg.

„Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf.“ Unter diesem Titel werden hier von 2. März bis 16. Juni 2019 rund 300 Fotografien dieses künstlerischen Multigenies ausgestellt.

Ernst Ludwig Kirchner, geboren am 6. Mai 1880 in Aschaffenburg, zählt mit zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Er war jedoch vielmehr als der Maler, als den ihn wohl die meisten von uns kennen. Maler, Grafiker, Bildhauer und Fotograf – sein künstlerisches Schaffen war vielfältig.

Ernst Ludwig Kirchner Selbstporträt, um 1928, Glasnegativ, Kirchner Museum Davos, Schenkung Nachlass Ernst Ludwig Kirchner 1992 / Museum der Moderne Salzburg

Was mich persönlich besonders an dieser Ausstellung fasziniert ist, dass man speziell seinem Schaffen im Bereich der Fotografie Aufmerksamkeit schenkte, so experimentierte er gerade in diesem Bereich künstlerisch und kreierte damit seinen ganz eigenen Stil. Die Fotografie als Form des Ausdrucks, die Fotografie als Form der Selbstdarstellung, die Fotografie als Mittel seine eigene Kunst in Szene zu setzen.

Besonders kennzeichnend, die Unschärfen und die teils extreme Überbelichtung –  in der Fotografie auch „Fehler“ genannt – zeichnete seine Art der Fotografie aus.

„Sie haben leider ein wenig gewackelt, deshalb sind Sie nicht ganz scharf. Aber Sie geben uns doch den Kopf des von uns Geschätzten ganz gut und helfen unserer Erinnerung.“ Das waren die Worte, die er 1932 dem Schriftsteller Alfred Döblin schrieb, als er ihm sein etwas verwackeltes Portrait übermittelte. Es war Döblin selbst, der Schuld daran war, da dieser nicht still halten konnte.

Ernst Ludwig Kirchner inszenierte sich auch immer wieder selbst sehr gerne, besonders in seinen Ateliers, seinen so genannten Wohnhöhlen. Ebenfalls prägnant, die erotischen Darstellungen mit der Tänzerin Nina Hard.

Auch sein großes Interesse an der afrikanischen Kultur beeinflusst immer wieder seine Werke.

Er war alles nur kein einfacher Mensch und lebte in einer ebenso nicht einfachen Zeit. Ob er nicht einfach war, da die Zeit nicht einfach war oder die Zeit für ihn nicht einfach war weil er nicht einfach war, konnte auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer nicht beantworten, der die Ausstellung eröffnete.

1937 entarteten die Nationalsozialisten seine Kunst. Zahlreiche seiner Werke wurden zerstört oder verkauft.

Da er sich das – gemeint den zweiten Krieg – nicht mehr antun wollte, schied Ernst Ludwig Kirchner am 15. Juni 1938 freiwillig aus dem Leben.

Museum der Moderne Salzburg, Vernissage, Salzburg , (c)wildbild

Während der Eröffnung der Ausstellung und des Betrachtens seiner Werke und seines Lebenswerkes habe ich mir persönlich immer wieder eine Frage gestellt – was wäre Ernst Ludwig Kirchner, wenn er in unserer heutigen Zeit leben würde.

Wahrscheinlich wäre er mit der erfolgreichste Blogger und Influencer unserer Zeit.

Warum? Das ist nicht schwer erklärt.

Er war ein Mensch der sich immer wieder gerne selbst in Szene setzte, jemand der Kritik am System übte, ein Künstler der viel zu sagen hatte, Themen und Menschen inszenierte, ein unglaubliches grafisches Talent hatte.

All die Eigenschaften, die auch ein Blogger haben sollte.

Ernst Ludwig Kirchner – ein Ausnahmekünstler, Lebemensch, Exzentriker. Ein schwieriger Mensch, der sich häufig dem Alkohol- und Tabakgenuss hingibt, in einer schweren Zeit. Damals als Künstler viel kritisiert, heute mit einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus.

Diese beeindruckende Ausstellung gibt mit diesen zahlreichen Fotos viel seines Lebens und Schaffens preis und gibt Einblicke in unterschiedlichste Phasen seines Lebens.

Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung sich diese anzuschauen, ganz besonders Menschen, deren Interesse in fotografischen und graphischen Themen liegen, denn war Ernst Ludwig Kirchner neben seiner Malerei sicherlich mit einer der Pioniere in den Bereichen Fotografie und Grafik.

Eine großartige Ausstellung, die man nicht verpassen sollte und für mich eine wundervolle Gelegenheit auch meine Jacke der Münchner Promi-Designerin Pia Bolte auszuführen.

Ein großes Danke geht auch an das Museum der Moderne Salzburg und der Salzburger Fotografin Doris Wild für die großartigen Fotos.

Thomas Pail

Fotos © Museum der Moderne Salzburg, Foto: wildbild